30 Jahre Kleingartenwesen am Ahrensfelder Berg

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Kurt Sdt
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30 Jahre Kleingartenwesen am Ahrensfelder Berg

Beitrag von Kurt Sdt »

30 Jahre Kleingartenwesen am Ahrensfelder Berg
Vor 30 Jahren entstand auf ehemaligem Bauernland am Ostrand von Berlin, entlang der Eichner Chaussee bis hin ins schöne Barnimer Dorf Eiche, die Kleingartenanlage „Am Ahrensfelder Berg“. Im Laufe der Jahre entwickelte sie sich zu einer schmucken grünen Oase, die sich hervorragend einfügt in das Landschaftsbild um den 114 Meter hohen Ahrensfelder Berg und der Wuhle. Die Anlage, eine der größten in Berlin, ist von Anfang an Teil des öffentlichen Grüns und damit für alle zugänglich. Jährlich kommen zahlreiche Besucher und Spaziergänger, die für das Angebot wohnungsnaher Erholungs- flächen sehr dankbar sind. Damit wird eine wichtige Aufgabe des Kleingartenwesens realisiert. 34 Wege führen an 20 Gemeinschaftsflächen und 550 Parzellen vorbei. Die Parzellen sind das Herzstück der Anlage. Das wichtigste darin sind die über 1000 Kleingärntnerinnen und Kleingärtner mit ihren Familien. Die Parzellen wurden in Laufe der Jahre von den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern aufwendig und mit vielen kreativen Ideen zu schönen Gärten in der Einheit von kleingärtnerischen Nutzung, Freizeit und Erholung gestaltet. Die Pächter leisten mit ihren Gärten einen verantwortungsvollen Beitrag, dass das Gärtnern als Kulturgut am Ahrensfelder Berg erhalten bleibt. Gleichzeitig schaffen sie mit den vielfältig angebauten Kulturen, gerade in einer Zeit, wo ein auffallend starker Rückgang der Insektenarten zu verzeichnen ist, dringend notwendige Lebensräume für Flora und Fauna. Mehr und mehr werden die Gartenflächen auch durch eine klimagerechte Bewirtschaftung so gestaltet, dass sie verstärkt zu einem gesunden Stadtklima beitragen. Von diesen Punkten ausgehend, betrachtet es daher der Vorstand als eine wichtige Aufgabe seiner öffentlichkeitsarbeit, immer wieder auf die Bedeutung und Unverzichtbarkeit der Kleingärten als wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft hinzuweisen. Der Kleingartenverein selbst versteht sich als Teil des sozialen Raumes. Eine Abschirmung nach außen ist ihm immer fremd gewesen. Er gestaltet das gesellschaftliche Leben über den Anlagenzaun planmäßig mit und erfüllt damit die Anforderung an einen modernen Kleingartenverein. So gibt es, insbesondere mit der Gemeinde Ahrensfelde/Eiche, vielfältige Aktivitäten einer sehr guten und ergebnisreichen Zusammenarbeit. Die ersten Kleingärtnerinnen und Kleingärtner der 1988 gegründeten Kleingartenanlage kamen aus allen Ostberliner Stadtbezirken. Als „Pioniere der ersten Stunde“ war es ihre Aufgabe, die Anlagenfläche zu kultivieren und den Grundstein für die heutige Kleingartenanlage zu legen. Keine einfache Aufgabe, gab es doch zu den ersten Arbeitseinsätzen ab 1989 weder Strom -noch Wasseranschluss noch war große Technik vorhanden. Die Gestaltung erfolgte mit Muskelkraft und normalen Gartengeräten. Mit Pioniergeist und gewaltiger Euphorie haben sie es letztlich geschafft. Eine großartige historische Leistung. Heute kommen 487 Parzellenpächter aus Marzahn-Hellersdorf, die restlichen 63 aus 15 anderen Bezirken Berlins. 97 Parzellen werden noch von Gründungsmitgliedern fleißig bewirtschaftet. 9 von ihnen üben noch ehrenamtlich eine verantwortungsvolle Funktion im Gartenverein aus. 12 Vereinsmitglieder sind 80 Jahre und älter. Die älteste Kleingärtnerin ist 84 Jahre, der älteste Kleingärtner, 83 Jahre alt. Insgesamt hat sich aber das Durchschnittsalter des KGV weiter verjüngt. 453 Parzellen der insgesamt 550 haben in der Zwischenzeit bereits den zweiten beziehungsweise den dritten, in Einzelfällen den vierten und fünften Pächter. Der Start dieser Pächter ins „Hobbygärtnerleben“ ist ein anderer als vor 30 Jahren. Sie übernehmen in der Regel bereits eine fertige Parzelle. Mit vielen neuen Ideen und Initiativen pflegen und gestalten sie diese nun weiter. Helfen mit, dass sich das Bild der Anlage immer verändert. Es gibt keinen Stillstand-alles ist in Bewegung. Seit 1998 ist die Kleingartenanlage auch ein Ort der Integration. 138 Parzellen werden von Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern mit Migrationshintergrund bewirtschaftet. Die Mehrheit kommt aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Sie und ihre Familien fühlen sich wohl in der Anlage. Der Gartenverein hat ihnen ein Stück soziale Heimat gegeben.
Autor: Herbert Mayer
Redaktionsschluss: 29. Juni 2018
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